Lehre und Ausbildung

1. Poomse – Formen
Die Poomse ist eine Pflichtübung, wie sie auch bei anderen Sportarten zum Aneignen der verschiedenen Techniken gelehrt und dann bei der Vorführung in einer Prüfung beurteilt wird. In den Poomse sind alle Angriffs- und Abwehrtechniken vereinigt. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich von entsprechechend der Graduierung. Der Schüler hat diese genau festgelegten Techniken in einer fortlaufenden Aktion vorzuführen, wobei jede Bewegung kraftvoll, konzentriert, rhythmisch sein soll und er zu jeder Zeit der Übung sein Gleichgewicht halten, d.h. einen festen Stand haben muß. Die vorausgehende Gymnastik dient der Vorbereitung des Körpers auf eine gesteigerte Leistung durch die Erwärmung der Muskulatur und allmähliche Erhöhung des Kreislaufs mit einer verstärkten Herztätigkeit. Bei regelmäßiger Teilnahme (zweimal wöchentlich) wird eine intensive Körperschulung erreicht, die das allgemeine Wohlbefinden erhöht und auch zu einem gesunden physischen sowie psychischen Selbstbewußtsein führt.

2. Kyek-Pa – Bruchtest
Der Kyek-Pa testet die Präzision und Kraft der Hand- oder Fußtechniken des Schülers auf ein 3-4 cm starkes Fichtenholzbrett in der Größe von 30 x 30 cm. Voraussetzung ist: Konzentration auf einen Punkt, größtmögliche Schnelligkeit in der Bewegung, Einsatz des gesamten Körpergewichts und angewandte Atemtechnik. Der Schüler ist jetzt bereits befähigt, einen Angriff abzuwehren und den Angreifer zu kontern oder, falls notwendig, ihn kampfunfähig zu machen.

3. Chayu Taeryon – Freikampf

Alles, was der Schüler bisher gelernt hat, wird nun im freien Kampf durchgeführt. Die starren Partnerübungen sind gelöst und der imaginäre Gegner, den er bei den Pflichtübungen abgewehrt hat, ist nun durch einen Partner ersetzt worden. Der sportliche Wettkampf mit Vollkontakt über drei Runden durchgeführt nach den Regeln der World Taekwondo Federation (WTF) mit Schutzkleidung (Schutzweste, Kopfschutz, Schienbein- und Tiefschutz) – fordert vom Athleten, der zum Sieg strebt, hervorragendes Können, Kondition, Mut, blitzschnelle Reaktion und Selbstdisziplin.

4. Weg und Ziel

Das Erlernen des Systems stellt an den Schüler physische Anforderungen, welche aber von jedem gesunden Menschen erfüllt werden können. Es ist ein Sport für jedes Alter, für Damen und Herren. Die Ausbildung erfolgt überwiegend in der Gruppe.Über die Schulung lehrt Taekwondo dem Übenden Selbstbeherrschung, Konzentration und Entwicklung seiner Körper– und Geisteskräfte.
Die verschiedenen Gürtelfarben (gelb; grün, blau, braun) lassen den jeweiligen Ausbildungsstand des Schülers erkennen. Zu jedem neuen farbigen Gürtel wird eine Prüfung vor einem Meisterkollegium (Prüfungskommission) abgelegt. Nach der bestandenen Prüfung wird der Schüler in neuen Techniken
unterrichtet und kommt gemäß seinem Ausbildungsstand in die entsprechende Übungsgruppe. In der Regel liegen zwischen den einzelnen Kup-Prüfungen etwa drei Monate. Dies Zeitspanne setzt voraus, daß das Training regelmäßig wahrgenommen wurde.
Das Ziel eines jeden Taekwondo-Sportlers Ist die Dan-Prüfung, der Schwarzgurt (Meistergrad), der nach einer Mindestzeit von drei Jahren erworben werden kann.
Mit zunehmendem sportlichen Engagement und entsprechenden Fähigkeiten können unsere Mitglieder an den regionalen und überregionalen Meisterschaften teilnehmen.
Der Aktive erhöht bei den Wettkämpfen auf Landesebene eine praktische Kampferfahrung. Die Landesmeisterschaften ( in den einzelnen Bundesländern ) ermitteln den Landes- und Vizemeister. Nur sie sind zu den jährlich stattfindenden Deutschen Meisterschaften zugelassen und Kämpfen dort um den Titel Deutscher Meister.
Mit der Erreichung des Dan-Grades eröffnen sich weitere Möglichkeiten. Bei entsprechenden Voraussetzungen kann der Danträger die Übungsleiter-, Prüfer- und Kampfrichterlizenz erwerben.

 

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